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Euro-Tandem-Rhein-Tour 2014

Ruhetag

 

 

Koblenz: Ruhetag


Ruhetag! Wer gedacht hatte, dass ein gemütlicher Tag auf ihn warte, kennt die Organisatoren der Tour – Horst Schwerger und Jutta Jergol – nicht. Statt in die Pedale zu treten, trafen sich Radler und Betreuer zu einem geführten Spaziergang durch die Altstadt von Koblenz. Einer der Fremdenführer, ein Oberleutnant a.D., geleitete uns kundig und mit vielen Anekdoten durch die Stadt des Schängel, einer Narrenfigur, die Besuchern wie Bewohnern gern hinterherspuckt. Dass die Stadt am Zusammenfluss vom Rhein und Mosel trotz zahlreicher Flutkatastrophen ihren Humor bewahrt hat, zeigen die überall in der Stadt verteilten Figuren der Augenroller. Am Platz vor der ehemaligen preußischen Garnisonskirche streckt er jeweils zur halben und zur vollen Stunde dem erstaunten Stadtwanderer sogar die Zunge heraus.

 

 

Von der Altstadt ging es zum Deutschen Eck, jenem Stück schöner Landschaft, um das so viele Menschen aus vermeintlich wichtigen Gründen stritten und kämpften. Nachdem Wilhelm I. im zweiten Weltkrieg vom Sockel seines Denkmals geschossen worden war, sitzt er heute wieder aufrecht auf seinem Pferd, blickt den Rhein hinunter und scheint sich gar nicht mehr darüber zu wundern, wie europäisch diese wunderbare Flusslandschaft des Mittelrheins geworden ist.

 
 

 

Von der aus Anlass der Bundesgartenschau im Jahre 2011 gebauten Standseilbahn, wurden wir vom Deutschen Eck zur gegenüberliegenden Festung Ehrenbreitstein gebracht. Ein beeindruckender Panoramablick wurde eifrig unseren blinden und sehbehinderten Teilnehmer/innen beschrieben, bevor es dann tief in die Geschichte dieser Felsen ging. Schön, dass es dort auch ein Modell der Festungsanlage gibt, das man taktil erforschen kann. Nach einem Gang durch die Kasematten und einem Rückblick auf die militärische Geschichte der Festung und ihre Umgebung standen alle dann hoch oben und blickten auf die Stadt Koblenz und das Zusammentreffen zweier mächtiger Flüsse. Alsbald kehrte man zum Wasser zurück. Eine Fahrt auf dem Rhein zeigte uns Burgen, Kirchen und alte Fachwerkhäuser, in ihren typischen Farben aus Weiß, Grau und Schwarz. Da die Sonne uns verwöhnte, strömte von den Ufern ein beruhigendes Gefühl eines ewigen Dahinfließens; friedlich und fruchtbar.

 

 

 

Am Abend wurde dieser herrliche Tag durch den Besuch bei einem Weingut in der Nähe von Koblenz gekrönt. Der Winzer persönlich nahm die Gruppe unter seine fachmännischen Fittiche. Sechs köstliche Moselweine wurden serviert und dabei erhielten alle Anwesenden eine Einführung in die Tradition des Weinanbaus. Illustriert durch Reben und Trauben erfuhr man, wie schwierig es ist, einen qualitativ guten Wein zu erzeugen. Die Rückkehr ins Hotel fiel allen leicht, der eine oder andere hatte einen auffällig beschwingten Schritt.

 


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